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Eine Erfahrung auf die man gerne verzichtet hätte oder Eine Warnung für die, die nur mal eben einen Wurf ziehen möchten
Seit 5 Tagen lief sie nicht mehr, es sei denn zum Geschäft
machen oder um mich zu verfolgen. Alles war anders als sonst in ihrer
Trächtigkeit. Sie war unruhiger und anhänglicher als üblich. Ich schaute auf meinen Kalender und zählte die Tage. -
Mist, erst der 52. Tag! Ob das alles gut gehen wird? Die Geburt begann
unweigerlich zu früh. Es ging sofort weiter: ein Rüde mit 80 Gramm, noch ein Rüde mit 80 Gramm, eine Hündin mit 70 Gramm und noch ein Mädchen mit 90 Gramm. Eine Freude für jeden Züchter, wenn so kleine Knäule vor einem liegen. Aber unsere Kleinen waren noch nicht fertig ausgebildet. Sie hatten keine Haare und keinen Schluckreflex.
Wir begannen mit der Pipette die Milchtröpfchen Tröpfchen
für Tröpfchen in die Wir wechselten uns in der Familie ab. Tag und Nacht -
immer und immer wieder. Beim zweiten kam die Schnappatmung wieder. Auch er hatte
jetzt erkaltete Hinterbeinchen. Mir war klar, die beiden würden die Ersten
sein, die den Regenbogen besuchen werden, um dort hoffentlich ein besseres
Welpenleben kennen zu lernen. Wir tröpfelten ihr verbissen weiter die Milch ins Mäulchen. - Sie lief links und rechts vorbei... Ihr Köpfchen war zu schwach, um es anzuheben. Es war ihr egal, wenn sie in meiner Hand auf dem Rücken lag. Sie hatte aufgegeben... Flawinja wollte sie jedoch unbedingt bei sich haben. Sie
traute mir mittlerweile nicht mehr. Ein Welpe nach dem anderen war
verschwunden. Diese eine Hündin wollte sie behalten. Voller Liebe wandte
sie sich dem kleinen Welpen zu - und mit einem bösen Blick zu mir. Als ich in den Flur zurückkam, saß Flawinja da, Mon-Cherie tot im Maul. Sie legte sie ab, schaute mich an und schrie. Ein Schrei, der durch Mark und Bein ging. Dann nahm sie das Würmchen und suchte das Weite. Sie wollte vermeiden, dass ich ihr auch den letzten Welpen wieder wegnehmen würde. Wir ließen ihr den letzen Welpen eine halbe Stunde. Dann nahm ich ihn und brachte ihn in die Pathologie. Er sollte untersucht werden. Auf das Ergebnis müssen wir nun drei Wochen warten. Flawinja bekam nun Milch stillende Medikamente. Sie suchte... Nach einigen Tagen fuhr ich mit ihr zur Klinik. Mein Gefühl sagte mir, dass da etwas nicht in Ordnung war. Diesmal wählten wir eine andere Klinik, da man uns in der letzten Klinik 4 statt 5 Welpen vorausgesagt hatte. Der Tierarzt meinte: "Es waren 5 statt 4?" "Ja", meinte ich. Er untersuchte Flawinja per Ultraschall. In mir kam ein übles Gefühl hoch... Er meinte plötzlich: "Da ist noch ein sechstes drin, aber nur Masse. Es sind keine Knochen zu erkennen." Für mich ein Schock, aber es erklärte Flawinjas Verhalten, denn sie zitterte ständig und hechelte immer noch wie bei der Geburt. Seit Samstag bekam sie nun alle 8 Stunden eine Spritze, die die Wehentätigkeit erneut auslösen sollte. Mir schmerzte das Setzen dieser Spritzen mehr als sie ahnte. Dazu der fragende Blick: "Warum das alles?", ein Blick, den Züchter kennen. Es tat weh. Am Sonntag zeigte sich keine Änderung, obwohl sie bereits 4 Spritzen bekommen hatte. Deshalb wurde am Montag der sechste Welpe operativ entfernt. Er hätte seine Mutter nie auf natürlichem Wege verlassen können, da es sich nur noch um eine undefinierbare Masse handelte, die vermutlich auch die vorzeitige Geburt ausgelöst hatte. Wir nehmen Flawinja jetzt aus der Zucht. So einen
Abschluss hatte die Zuchthündin allerdings nicht verdient. Sie schenkte
uns wunderschöne Welpen, war nie krank und kann nun keinem Welpen mehr
ihre Mutterliebe schenken. Flawinja geht es inzwischen wieder gut. Trotzdem muss sie jetzt erst einmal in Ruhe genesen und sich verwöhnen lassen. In einigen Tagen kann sie ihr Rudel bestimmt wieder so energisch führen wie eh und je. Und in einigen Wochen machen wir Urlaub an der Nordsee. Da heißt es dann Erholung pur und neue Kräfte sammeln. Das hat sie sich verdient! |